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Souveräner digitaler Arbeitsplatz: Wie die öffentliche Verwaltung Cloud, Collaboration und Souveränität vereint

von Redaktion
Zwei Personen arbeiten an Computerarbeitsplätzen in einem Büro. Im Vordergrund sind Monitore mit geöffneten Anwendungen zu sehen, während eine Person auf einen Bildschirm blickt.
Der digitale Arbeitsplatz ist ein Kernpunkt der Verwaltungsdigitalisierung
 

In diesem Artikel lesen Sie,  

  • warum es für die öffentliche Verwaltung wichtig ist, über Alternativen zu US-Software nachzudenken,
  • welche Angebote für souveräne Arbeitsplätze im deutschen Markt existieren
  • und welche Stärken und Schwächen sie haben.


Über die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung wurde in den letzten Jahren nicht nur viel diskutiert, sondern sie landete auch auf den politischen Agenden des Bundes und der Länder. Neben Themen wie E-Akte oder Onlinezugangsgesetz ist der digitale Arbeitsplatz ein Kernpunkt der Verwaltungsdigitalisierung.  Denn ohne moderne Werkzeuge für Kommunikation, Zusammenarbeit und Dokumentenbearbeitung bleibt jede Verwaltungsdigitalisierung Stückwerk. Gleichzeitig wächst jedoch die Sorge vor neuen Abhängigkeiten – insbesondere bei der Nutzung internationaler Cloud- und Collaboration-Lösungen. 

Der digitale Arbeitsplatz wird damit zu einem strategischen Thema: Wie können Behörden effizient arbeiten, ohne die Kontrolle über Daten, Prozesse und Technologien zu verlieren? 


Digitaler Arbeitsplatz in der Verwaltung: Mehr als nur Office

Ein moderner digitaler Arbeitsplatz in der öffentlichen Verwaltung umfasst weit mehr als klassische Office-Anwendungen. Er bildet die Grundlage für die tägliche Zusammenarbeit und besteht typischerweise aus: 

  • Dokumentenerstellung und -bearbeitung
  • Videokonferenzen und Messaging
  • Filesharing und Dokumentenmanagement
  • Kollaborationsplattformen
  • Identitäts- und Zugriffsmanagement
  • KI-Funktionen
 

Extremszenario: Technologie-Abhängigkeit macht handlungsunfähig

Ein Vorfall im Mai 2025 machte aus theoretischen Erwägungen über einen „Kill Switch“ Realität: Microsoft schaltete auf Geheiß der Trump-Administration den Arbeitsplatz des Chefanklägers des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH), Karim Khan, ab. Die Abhängigkeit der öffentlichen Einrichtung von Microsoft wurde offensichtlich, das Gericht wurde handlungsunfähig.

Technologie-Abhängigkeit wird zu einem politischen Druckmittel. Die Entwicklungen zwingen Verantwortliche in Europa, ihr Arbeitsplatz-Konzept zu überdenken. Der digitale Arbeitsplatz wird ein kritischer Bestandteil staatlicher IT-Souveränität – nicht nur vor dem Hintergrund von Datenschutz und regulatorischen Anforderungen. 

 

Souveräne Arbeitsplatzlösungen: Vom Konzept zur Umsetzung

Neben dem unautorisierten Abfluss von Daten schwebt so der Kill Switch als weitere Herausforderung über einem Arbeitsplatz, der auf US-Technologie basiert. Um dieser Herausforderungen zu begegnen, entstanden und entstehen neue Ansätze für souveräne digitale Arbeitsplätze in der öffentlichen Verwaltung. Diese Initiativen stehen im Einklang mit strategischen Leitlinien wie der Deutschen Verwaltungscloud-Strategie, die eine föderierte, souveräne Cloud-Infrastruktur für die öffentliche Verwaltung vorsieht. Zentrale Bausteine dieses europäischen Arbeitsplatzkonzepts sind: 

  • Betrieb in europäischen Rechenzentren
  • Einhaltung des europäischen Rechtsrahmens
  • Nutzung von offenen Standards und Open Source
  • Transparente und kontrollierbare Betriebsmodelle

Offene und souveräne IT-Lösungen stärken die digitale Unabhängigkeit der Verwaltung. Der IStGH hat mittlerweile die Konsequenzen gezogen und wird sich von Microsoft verabschieden. Laut Handelsblatt (Oktober 2025)  wird die internationale Institution im niederländischen Den Haag zukünftig eine deutsche Lösung einsetzen. Grund genug, einen Blick auf Angebote souveräner Arbeitsplatzlösungen zu werfen. Im Folgenden stellen wir drei Produkte vor: den openDesk, den Sovereign Desk, den Nextcloud Hub. Dazu noch Open Source Collaboration als modularen Ansatz für individuelle Lösungen. 

Die Angebote bieten Komplettsuiten von konkreten, vordesignten Workplace-Produkten an. Einzelne Open-Source-Zusammenarbeitsprodukte werden unter einheitlichen Benutzeroberflächen zusammengeführt, doch die Oberflächen und die darunter liegenden Technologien unterscheiden sich.

 

openDesk für Behörden

Der openDesk, auf den auch der IStGH setzen will, ist eine Office- und Collaboration-Suite, die das ZenDIS im Auftrag des Bundesministeriums des Innern speziell für die öffentliche Verwaltung entwickelt hat. Sie bündelt bewährte Open-Source-Applikationen wie E-Mail, Kalender, Textverarbeitung, Dateiverwaltung und Chat an einem Ort, der über einen einzigen Login erreichbar ist. openDesk kann einfach als Software as a Service (SaaS) aus der Cloud-Infrastruktur eines deutschen Hyperscalers, u.a. der T Cloud Public, bezogen werden. Als SaaS-Angebot kann es gut skalieren und eignet sich auch für kleinere Organisationseinheiten. Alternativ kann openDesk auch in einem nutzereigenen Rechenzentrum gehostet werden.

openDesk ist derzeit das erfolgreichste Produkt im Markt. Es bündelt die einzelnen Tools verschiedener Anbieter unter einem Uninvention Server für Identity & Access Management als einheitlicher „Aufrufmaske“. Auf Ebene der einzelnen Tools wie Jitsi oder Nextcloud wird so die originale volle Funktionalität erhalten. Aber die einzelnen Tools sind nur lose über APIs gekoppelt. Single Sign On (SSO) ist der gemeinsame Nenner, d.h. sie bieten keine einheitliche Nutzererfahrung und openDesk ist nicht mandantenfähig. 

 

Sovereign Desk

Der SovereignDesk ist eine Entwicklung der hessischen govIT für das Portfolio der ekom21, eines kommunalen IT-Dienstleistungsunternehmens in Hessen. Der SovereignDesk bietet ein offenes Kollaborationsmodell, das speziell für die Anforderungen von Kommunen und Landesverwaltungen in Deutschland entwickelt wurde. 

Die Lösung ist hochstandardisiert, schnell bereitstellbar und bietet durchgängigen Support – von der Planung über die Implementierung bis zum Betrieb. Open Source minimiert auch hier den Vendor Lock-in. Der Sovereign Desk erfüllt die gängigen Datenschutzanforderungen („by design“), die Kontrolle über Daten und Prozesse bleibt in öffentlicher Hand. 

Der SovereignDesk nutzt z. T. dieselben Tools wie openDesk, koppelt diese aber enger, so dass ein durchgängigeres Nutzererlebnis entsteht. Für Videokonferenzen setzt der SovereignDesk auf OpenTalk statt auf Jitsi, die Projektmanagement- und Wiki-Tools sind Eigenentwicklungen der govIT. 

Der SovereignDesk ist speziell für die öffentliche Verwaltung konzipiert, d.h. einige Funktionalitäten der Original-Tools sind nicht verfügbar. Im Gegenzug bietet das govIT/ekom21-Produkt aber Mandantenfähigkeit und die Integration von Künstlicher Intelligenz – bis auf die Ebene der Fachverfahren. 

Durch die Bereitstellung aus der Cloud entsteht ein attraktives Kostenmodell mit nutzungsabhängiger Abrechnung und hoher Skalierbarkeit. Kommunen und Behörden können den SovereignDesk zukünftig auch über Genossenschaften wie govdigital beziehen – für eine einfache und ausschreibungsfreie Beschaffung. 

Mit einem herausragenden Bedienkonzept und der Integration von Fachverfahren wird der SovereignDesk zum Teil souveräner Ende-zu-Ende-Arbeitsplätze, zu einer Produktsuite. Perspektivisch soll er auch ein souveränes Betriebssystem, zertifizierte Hardware-Komponenten und Offline-Nutzbarkeit bieten.  

 

Nextcloud Hub

Ein Hersteller, ein Konzept, alles aus einer Hand – aber kein Best of Breed. So lässt sich der Sovereign-Workplace-Ansatz von Nextcloud, Nextcloud Hub, zusammenfassen. Nextcloud Hub bietet mit dem bekannten Nextcloud Files für Datenaustausch, in Verbindung mit Nextcloud Talk, Groupware, Office, Assistent und Flow ebenfalls eine umfassende Suite für souveräne Arbeitsplätze. Die Tools sind eng miteinander integriert, aber nicht spezifisch auf die Bedürfnisse der öffentlichen Verwaltung zugeschnitten. Daher gestaltet sich die Anbindung von Fachverfahren auch komplizierter. Dafür bietet Nextcloud Hub eine hohe Benutzerfreundlichkeit, leichte Verwaltung und einheitliche Compliance.

 

Open Source Collaboration

Häufig sind Produktansätze wie openDesk, SovereignDesk oder Nextcloud Hub für moderne Arbeitsplatzsysteme mit Souveränitätsanspruch völlig ausreichend. Aber ebenso verbreitet sind spezifische Erwartungen von Anwendern an ihren Arbeitsplatz. Dann sind Lösungskonzepte wie Open Source Collaboration (OSC) die bessere Wahl.

Hierbei werden bedarfsgerecht verschiedenste Open-Source-Lösungen/Einzelmodule aus einer breiten Auswahl auf Basis offener Standards zu einer Suite bündelt. Damit passt sich die Lösung exakt an die Bedürfnisse ihrer Nutzer an. Das Lösungskonzept für souveräne Arbeitsplätze bietet neben den klassischen Office-Funktionen beispielsweise drei Optionen für sichere Videokonferenzen, ein „WhatsApp“ für Behörden, eine Webinar- und eine Virtual-Reality-Lösung.

  • Orbit360 – fungiert als Open-Source-Groupware-Basis
  • Managed OpenCloud – souveränes Filesharing & Online Office
  • OpenSource Webinar – souveräne Webinar-Lösung für bis zu 5.000 Teilnehmer
  • Managed Bundesmessenger – sicheres “WhatsApp” für Behörden (element.io/Matrix-Protokoll)
  • Videokonferenz-Module
    • Managed OpenTalk (speziell für die öffentliche Verwaltung)
    • Jitsi
    • Telemedizin Premium (speziell für die Gesundheitsbranche – Terminplanung und Videosprechstunden)
  • Managed Metacollaboration – Virtual Reality Collaboration

Open Source Collaboration eignet sich für Organisationen ab etwa 200 Arbeitsplätzen, die Wert auf eine hoch individualisierte Open-Source-Alternative zu Microsoft legen. Das Lösungskonzept bietet Anwendern so weitestgehende Wahlfreiheit – sie können einzelne Module wie Videokonferenzen beziehen oder OSC als komplett gemanagte Suite einsetzen. Auch wenn OSC nicht ausschließlich die öffentliche Verwaltung adressiert, ist durch das flexible Konzept in jedem Fall die Integration der Zusammenarbeitswerkzeuge in die existierenden Fachverfahren möglich – genauso wie die Integration bestehender Collaboration-Anwendungen, die weiter genutzt werden sollen. Eine einheitliche Oberfläche für OSC ist in Arbeit und wird Ende Sommer 2026 verfügbar sein, um die kombinierte Nutzung verschiedener Module komfortabler zu machen.

 

Souveräne Cloud als Fundament des digitalen Arbeitsplatzes

Souveräne Arbeitsplatzkonzepte und -angebote brauchen nicht nur Open-Source-Software. Ein souveräner Arbeitsplatz benötigt eine ebenso souveräne Infrastruktur. Genau hier kommt die Cloud ins Spiel. Entscheidend ist nicht nur, dass Cloud genutzt wird – sondern wie: 

  •  Wo werden Daten verarbeitet?
  • Wer betreibt die Infrastruktur?
  • Welchem Recht unterliegt der Betrieb?

Europäische Anbieter setzen hier an und kombinieren Cloud-Technologie mit klar definierten Souveränitätsprinzipien. Server und Speichersysteme kommen aus Europa. Ein Beispiel dafür ist die Deutsche Telekom mit ihrer T Cloud Public. Sie bietet eine Infrastruktur, auf der sich souveräne Arbeitsplatzlösungen betreiben lassen – in Kombination mit europäischen Softwareansätzen und Open-Source-Komponenten. So entsteht ein Gesamtbild: Infrastruktur, Plattform und Anwendung greifen ineinander und ermöglichen einen durchgängig souveränen digitalen Arbeitsplatz.

 

Migrationsstrategien: Der Weg zum souveränen Arbeitsplatz

Illustration einer Person an einem Schreibtisch vor einem Computerbildschirm. Um den Bildschirm sind verschiedene Symbole und Fenster für Suche, Sicherheit, Einstellungen und digitale Anwendungen angeordnet.

Die Umstellung auf souveräne Arbeitsplatzlösungen erfolgt in der Praxis schrittweise. Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die Einführung auch in der Unternehmenskultur einen Einschnitt bedeutet: Neben anderer Technologie müssen sich vor allem auch die Mitarbeiter an eine neue Collaboration-Welt mit einem anderen Funktionsumfang gewöhnen. Für den Einstieg in die souveräne Workplace-Welt empfehlen sich verschiedene Ansätze: 

  • hybride Szenarien und Parallelbetrieb
  • Priorisierung sensibler Bereiche
  • Integration bestehender Fachverfahren 
  • schrittweise Ablösung proprietärer Lösungen

Dieser pragmatische Ansatz ermöglicht es Behörden, Souveränität gezielt aufzubauen, ohne die Arbeitsfähigkeit zu gefährden.

 

Vergleich der souveränen Arbeitsplatz-Angebote

Behörden, die deutlich höhere Unabhängigkeit und Souveränität am Arbeitsplatz suchen, haben durchaus die Wahl: Open-Source-Applikationen made in Europe in Kombination mit einer europäischen Cloud schaffen attraktive Alternativen zu Microsoft. Aber es gibt durchaus Unterschiede zwischen den Angeboten. 

Nextcloud Hub kommt „aus einem Guss“ daher. Die starke Integration bietet das beste Nutzererlebnis im Zusammenspiele der Einzelkomponenten – erschwert aber gleichzeitig die Integration in Fachverfahren und verhindert Best-of-Breed-Ansätze.

Hier sind der openDesk und der SovereignDesk deutlich stärker. Sie wählen das jeweils „beste Tool für den jeweiligen Job“.  Neben den Unterschieden in der Integration der Suiten unterscheiden sich die beiden Produkte noch in einem relevanten Punkt: Der openDesk basiert auf Uninvention als zentralem Eingangstor. Würde Uninvention von einem US-amerikanischen Investor gekauft, fielen Anwender für dieses zentrale Tool-Management in eine Teilabhängigkeit zurück – das sollten Entscheider beim Risikomanagement bedenken. Im Gegensatz dazu wird der SovereignDesk von ekom21 dauerhaft und zuverlässig (geistiges) Eigentum der öffentlichen Hand bleiben. SovereignDesk und openDesk unterscheiden sich noch in einem weiteren wesentlichen Punkt: openDesk koppelt die einzelen Tools nur schwach unter einer Aufrufmaske, während der SovereignDesk (wie Nextcloud Hub) eine einheitliche Oberfläche mit starker Tool-Integration bietet. Der SovereignDesk adressiert zudem noch eine zentrale Forderung der Souveränitätsdiskussion: Nutzer können über den Community-Ansatz Einfluss auf die weitere Entwicklung nehmen. 

Nutzer, die Wert auf maximale Flexibilität und Unabhängigkeit legen, sind bei Open Source Collaboration richtig aufgehoben. OSC erlaubt das Design individueller Arbeitsplatzumgebungen auf Basis einer breiten Auswahl von Einzelmodulen. Die gewonnene Individualität hat aber ihren Preis: Die Aufwände für die Einführung und Integration in die bestehende IT-Landschaft und die konkreten Fachverfahren sind höher. Die höheren Aufwände zahlen sich aber im laufenden Betrieb durch eine deutliche höhere User Experience aus. Und – die Flexibilität minimiert die Abhängigkeit von einzelnen Modulanbietern. Im Zweifelsfall kann jedes Tool durch eine Alternative ausgetauscht werden.

 
 

Fazit: Der digitale Arbeitsplatz als Schlüssel zur digitalen Souveränität 

Der digitale Arbeitsplatz ist längst mehr als ein Werkzeug für den Büroalltag. Für die öffentliche Verwaltung wird er zu einem strategischen Hebel für digitale Souveränität. Initiativen wie SovereignDesk, openDesk, Nextcloud Hub und Open Source Collaboration zeigen, dass es konkrete Alternativen zu US-Lösungen gibt – basierend auf Open Source, europäischen Infrastrukturen und klaren Governance-Modellen.  

In Kombination mit souveränen Cloud-Angeboten entsteht eine zukunftsfähige Grundlage für die Verwaltungsdigitalisierung: leistungsfähig, rechtskonform und unabhängig. Wer die digitale Transformation der öffentlichen Verwaltung nachhaltig gestalten will, sollte den Arbeitsplatz neu denken – als integralen Bestandteil einer umfassenden Souveränitätsstrategie. 

 

FAQ – Häufige Fragen zum souveränen Arbeitsplatz

Was ist ein souveräner digitaler Arbeitsplatz?

Ein souveräner digitaler Arbeitsplatz ist eine IT-Arbeitsumgebung, bei der die öffentliche Verwaltung die Kontrolle über Daten, Systeme und Betriebsprozesse behält. Dies umfasst sowohl die eingesetzte Software (z. B. Open Source) als auch die zugrunde liegende Infrastruktur und den rechtlichen Rahmen.

Warum ist Microsoft 365 für Behörden kritisch zu bewerten?

Microsoft 365 bietet hohe Funktionalität, basiert jedoch auf globalen Cloud-Strukturen. Dadurch entstehen Risiken in Bezug auf Datenschutz, rechtliche Zugriffsmöglichkeiten durch Drittstaaten und potenzielle Abhängigkeiten (Vendor Lock-in). Eine Abschaltung der Systeme ist ein denkbares Szenario.

Was bedeutet digitale Souveränität konkret für die öffentliche Verwaltung?

Digitale Souveränität bedeutet, dass Behörden jederzeit selbstbestimmt über ihre IT entscheiden können – technisch, rechtlich und organisatorisch. Dazu gehört insbesondere die Kontrolle über Datenzugriffe, Systembetrieb und Weiterentwicklung.

Welche Alternativen gibt es zu Microsoft 365 im Behördenumfeld?

Zu den wichtigsten Alternativen zählen: 

  • openDesk (ZenDiS)
  • Sovereign Desk (ekom21/govIT) 
  • Nextcloud Hub (Nextcloud) 
  • Open Source Collaboration (T-Systems) 

Diese Lösungen setzen auf Open Source, europäische Cloud-Infrastrukturen und offene Standards.  

Was ist der Unterschied zwischen openDesk und Sovereign Desk?

openDesk integriert verschiedene Open-Source-Tools über Schnittstellen und bietet hohe Flexibilität. Der Sovereign Desk integriert die Komponenten enger, bietet Mandantenfähigkeit und ein einheitlicheres Nutzererlebnis – allerdings mit weniger Flexibilität auf Einzeltool-Ebene. 

Wie unterscheidet sich Open Source Collaboration von anderen Sovereign-Workplace-Angeboten?

Open Source Collaboration ist ein Lösungskonzept. Anwender haben die freie Wahl, wie sie ihre Arbeitsplatzumgebung gestalten wollen – im Gegensatz zu den Produktansätzen, die eine gebrauchsfertige Suite bereitstellen. Das Lösungskonzept bietet maximale Flexibilität, Unabhängigkeit und User Experience. 

Wie gelingt die Migration zu einem souveränen Arbeitsplatz?

In der Praxis erfolgt die Umstellung schrittweise, z. B. durch: 

  • hybride Betriebsmodelle
  • Priorisierung sensibler Bereiche
  • parallele Nutzung bestehender Lösungen
  • sukzessive Ablösung proprietärer Systeme
Welche Rolle spielt die Cloud für einen souveränen Arbeitsplatz?

Die Cloud ist das Fundament moderner Arbeitsplatzlösungen. Entscheidend ist jedoch, dass sie in europäischen Rechenzentren betrieben wird, europäischen Rechtsrahmen unterliegt und transparente Betriebsmodelle bietet.


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